Ist die Fotografie eine Scheinwelt?

David LaChapelle erwähnte mal in einem Interview: „Die Leute sagen, dass Fotos nicht lügen, meine Fotos lügen.”  Wie weit sollte man Bilder bearbeiten oder verändern? Das fragen sich vermutlich zahlreiche Fotografen auf der ganzen Welt. Die Veränderung von Fotos kann man wohl nicht der heutigen Zeit und Technik in die Schuhe schieben. Schon damals wurden Stars wie Marilyn Monroe in der Dunkelkammer „verfeinert“, aber auch Fotografen wie Ansel Adams haben Ihre Fotografien kontrastreicher, abgewedelt , schattiert bzw. auch unter- oder überbelichtet.

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Retuschieren und das Entwickeln der Fotos beeinträchtigt die Ähnlichkeit des Original-Zustandes definitiv. Der eine möchte etwas dokumentieren, der andere etwas zeigen, was wieder andere vielleicht nicht gesehen haben. Das Talent etwas zu formen, machen für mich die Aufnahmen nur interessanter.

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Farben, Lichtspiele, Kontraste müssen für mich wie in ein Gemälde perfekt miteinander harmonieren- wie ein Maler, der schon vorab sein Gemälde im Kopf hat. Was allerdings nicht gelehrt werden kann, ist das Gespür dafür. Nicht was wir sehen, wohl aber, wie wir sehen, bestimmt den Wert des Gesehenen.

Die Vorstellung und wie manches in unterschiedlichem Licht wirken könnte, macht es doch interessanter. In der Fotografie, Malerei, Architektur, aber auch im Alltag ist bekannt: Je nach Einfall des Lichts und der Stimmung wirkt alles anders, und dies gilt vor allem auch für den menschlichen Geist.

Die Kameras selbst ist im Grunde ein ehrliches Medium, aber die Fotografie ist in Wahrheit die Kunst, mehr zu zeigen, als man sieht.

Noch 3 Wochen, dann sind wir für National Geographic 2 Monate on tour. Wir werden mit einem für uns extra gestalteten und gesponserten Wohnmobil von LMC in den Ländern Frankreich, England, Schottland wie auch Irland unterwegs sein. Gerne werde ich Euch hier einige Reise- & Fototipps geben, und euch auch in die Bildbearbeitung meiner Aufnahmen Einblicke gewähren.

In den nächsten Tagen werde ich Euch über das Vorbereiten einer solch langen Reise erzählen.

 

bis dahin alles Liebe,

Euer Manfred

 


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10 Gedanken zu “Ist die Fotografie eine Scheinwelt?

  1. Jaspers meinte, die Welt ist nicht Schein sondern Realität, die Realität aber ist Erscheinung, in ihrer erscheinungshaftigkeit ist sie getragen von der Wirklichkeit, und das sind wir,… Wenn es uns gelingt das Blatt eines Baumes so darzustellen das der betrachter es nie vergisst, dann haben wir sein Bewusstsein erweitert und etwas neues in die Wirklichkeit geholt, und somit die Wirklichkeit zum positiven verändert,.. Das sollte Ziel sein, wenn ein Fotograf mit viel seherfahrung intuitiv feststellt das er Veränderungen an seinen Fotografien vornehmen muss, dann ist das absolut richtig,.. Jeder Künstler ist spezialist seiner selbst

  2. Fotografieren ist noch weit individueller/persönlicher als sehen. Fotografie bildet zwar die Realität ab aber die Realität wie sie der Fotograf sieht. Schon ein minimal geänderter Bildausschnitt kann eine völlig andere Bildaussage ergeben. Und wenn ein Foto nur durch Bearbeitung den Vorstellungen des Fotografen gerecht wird, dann soll es ruhig so sein. Verwerflich finde ich nur das Lügen über eine erfolgte Bearbeitung oder die Entstehung eines Fotos.
    Die Fotografie ist also auf jeden Fall eine Scheinwelt aber das ist ja per se nichts schlechtes.

    1. Stimmt, schon die Wahl des Bildausschnittes kann viel verändern. Somit kann auch ein unbearbeitetes Foto schin Scheinwelt sein.

  3. Durch das übertriebene bearbeiten von Bildern ist der Fotomarkt wie er ist___ immer uninteressanter sieht man an den Verkaufszahlen von Kameras

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